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Löschwasserzisternen

Planung und Dimensionierung von Löschwasserzisternen

Die fachgerechte Auslegung einer Löschwasserzisterne ist ein mehrstufiger Prozess, der eng mit dem Brandschutzkonzept des jeweiligen Objekts verknüpft ist. Eine Unterdimensionierung gefährdet die Baugenehmigung, während eine Überdimensionierung unnötige Kosten verursacht.

Passende Größe Löschwasserzisterne
Passende Größe Löschwasserzisterne

Rechtlicher Hinweis

Die hier dargestellten Planungsschritte und Berechnungsbeispiele dienen der allgemeinen Erläuterung und ersetzen keine fachmännische Brandschutzplanung. Die tatsächliche Dimensionierung muss zwingend durch einen zertifizierten Brandschutzgutachter oder Fachplaner auf Basis der örtlichen Gegebenheiten und behördlichen Auflagen erfolgen. Alle Angaben ohne Gewähr.

5 Schritte zur normgerechten Planung eines Löschwasserzisterne

  1. Analyse der Brandlast: Ermittlung des spezifischen Risikos basierend auf der Gebäudenutzung (z. B. Lagerung brennbarer Stoffe vs. reine Verwaltung).
  2. Analyse der Umweltbedingungen: Die Analyse der Umweltbedingungen bewertet standortbezogene Einflüsse, die die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit der Löschwasserversorgung beeinflussen:
    • Klima und Frost: Berücksichtigung regionaler Mindesttemperaturen, Frosttiefe sowie Maßnahmen zum Frostschutz von Zisterne, Leitungen und Entnahmestellen.
    • Hydrologie und Boden: Prüfung von Grundwasserstand, Auftriebssicherheit, Bodenart und Tragfähigkeit zur Vermeidung von Setzungen oder Aufschwimmen.
    • Topografie: Bewertung von Geländeneigung, Höhenunterschieden und Entwässerung zur Sicherstellung der Entnahmeleistung.
    • Umgebungseinflüsse: Einfluss von Verkehrslasten, Erschütterungen sowie chemisch oder biologisch belasteten Böden.
    • Vandalismusgefahhr: Ggf. ist ein Schutzzaun mit mindestens 1 m Abstand vom oberirdischen Löschwasserkissen einzuplanen. Mehr Sicherheitsabstand ist natürlich besser.
  3. Rechtliche Rahmenbedingungen: Die rechtlichen Rahmenbedingungen definieren die zulässige Ausführung, Genehmigungspflicht und Betriebsanforderungen der Löschwasserversorgung.
    • Baurecht: Einhaltung der Landesbauordnung sowie ggf. Sonderbauvorschriften; Abstimmung mit der Bauaufsicht und der zuständigen Feuerwehr.
    • Technische Regelwerke: Berücksichtigung einschlägiger Normen und Richtlinien (insb. DVGW W 405, DIN 14230, DIN 14244, DIN 14090).
    • Wasserrecht: Anforderungen bei Lage in Wasser- oder Überschwemmungsgebieten (Dichtheit, Schutz vor Verunreinigung, Genehmigung durch die Wasserbehörde).
    • Naturschutzrecht: Einschränkungen in Natur-, Landschafts- oder FFH-Gebieten.
    • Betrieb und Haftung: Sicherstellung von Wartung, Zugänglichkeit und dauerhafter Funktionsfähigkeit zur Erfüllung der Betreiberpflichten.
  4. Berechnung des Löschwasserbedarfs: Festlegung des benötigten Volumenstroms (l/min) gemäß DVGW W 405.
  5. Prüfung der bestehenden Infrastruktur: Ermittlung, wie viel Wasser das öffentliche Netz im Ernstfall liefern kann. Die Differenz zum Gesamtbedarf ergibt das erforderliche Zisternen-Volumen.
  6. Standort- und Erreichbarkeitsprüfung: Festlegung des Standortes unter Berücksichtigung von Gefälle, Frosttiefe und der Traglast für Feuerwehrfahrzeuge (DIN 14090).
  7. Skalierung und Redundanz: Bei sehr hohem Bedarf kann das Volumen durch die Parallelschaltung mehrerer Zisternen sowie die Entnahmemenge durch mehrere Hydranten flexibel erweitert werden.
Löschwasserzisterne planen
Löschwasserzisterne planen

Berechnungsbeispiel (Dimensionierung)

Die Dimensionierung orientiert sich an der geforderten Löschzeit von in der Regel zwei Stunden (120 Minuten).

Beispielrechnung für ein Gewerbeobjekt:

  • Geforderter Löschwasserstrom: 1.600 l/min
  • Vorgeschriebene Löschdauer: 120 Minuten
  • Rechnung: 1.600 l/min×120 min=192.000 Liter
  • Ergebnis: Das erforderliche Mindestvolumen der Zisterne beträgt 192 m³.

Hinweis für die Praxis:
In der Regel wird ein Sicherheitszuschlag eingeplant (z. B. für Verdunstung, Leitungsverluste oder Erweiterungsoptionen), sodass das tatsächlich ausgeführte Zisternenvolumen auf die nächste passende Behältergröße aufgerundet wird – bei einem Bedarf von 192 m³ ohne weitere anrechenbare Wasserquelle also auf mindestens 200 m³ nutzbares Volumen.

Über einen Sauganschluss mit Storz-A-Kupplung lässt sich – abhängig von Saugleitung, Saughöhe und Feuerwehrpumpe – als Richtwert etwa folgende Menge entnehmen. Die tatsächliche Entnahmeleistung wird projektbezogen nachgewiesen:

Typische Entnahmemenge: ca. 80–100 m³/h
Praxiswert: rund 90 m³/h entspricht: ca. 1.500 l/min

Ggf. ist mehr als ein Hydrant einzuplanen, um die maximal mögliche Entnahmemenge zu erhöhen..


Größen der Löschwasserzisternen

Standardgrößen gibt es von 10 bis 2.000 m³, Sonderanfertigungen bis 2.500 m³. Ab 90 m³ beträgt die Höhe einheitlich 1,60 m. Länge, Breite und Grundfläche aller 139 Größen finden Sie in der Maßtabelle.


Skalierung durch Parallelschaltung

Wenn der Platz für eine einzelne riesige Zisterne nicht ausreicht oder die Zugänglichkeit eingeschränkt ist, bietet sich die Kopplung mehrerer Behälter an:

  • Vorteil: Leichterer Transport und Einbau kleinerer Module.
  • Sicherheit: Redundanz bei Wartungsarbeiten (eine Kammer bleibt betriebsbereit).
  • Technik: Die Verbindung erfolgt über kommunizierende Röhren oder zentrale Saugkanäle.