Zum Inhalt springen
+49 6151 7877 805

Löschwasserzisternen

Löschwasserzisterne 400 m³ – hohe Bedarfsstufe nach DVGW W 405

400 m³ ist die Menge, die aus der höchsten Bedarfsstufe folgt. Sie betrifft Objekte, bei denen nicht mehr die Frage im Raum steht, ob eine Bevorratung nötig ist, sondern nur noch, wie sie auf dem Grundstück untergebracht wird. Diese Seite behandelt die Bemessung in Industrie- und Gewerbegebieten und den Punkt, an dem der Sachversicherer die Anforderung übernimmt.

Die Bemessung für 384 m³ Löschwasservorrat erläutert den Rechenfall 192 m³/h über zwei Stunden und den Vergleich mit einer 400-m³-Ausführung. Dort finden Sie auch Hinweise zur gemeinsamen Betrachtung von Nutzvolumen und Entnahmeleistung.

Die Rechnung der hohen Bedarfsstufe

Die hohe Bedarfsstufe nach DVGW W 405 liegt bei 3.200 l/min, also 192 m³ pro Stunde. Über die üblichen zwei Stunden ergibt das 384 m³ – die nächste Standardgröße ist 400 m³.

192 m³/h × 2 h = 384 m³ → Standardgröße 400 m³

Auffällig ist der Sprung: Von der mittleren zur hohen Stufe verdoppelt sich die Menge, während sich die Einstufung nur um eine Kategorie ändert. Genau deshalb lohnt es sich, die Einstufung selbst zu prüfen, bevor die Zisterne bestellt wird. Die drei Stufen im Vergleich finden Sie im Löschwasserbedarfs-Rechner.

Wann die hohe Stufe angesetzt wird

Die Zuordnung folgt aus baulicher Nutzung und Gefahr der Brandausbreitung. In der hohen Stufe landen typischerweise:

  • Industriegebiete nach BauNVO mit dichter Bebauung und großen Gebäudeabmessungen
  • Produktionsbetriebe mit hoher spezifischer Brandlast und ungeteilten Hallenflächen
  • Gemengelagen, in denen ein Brand auf Nachbargrundstücke übergreifen kann
  • Objekte ohne ausreichende Abstandsflächen zu benachbarter Bebauung
  • Anlagen mit erheblichem Gefahrenpotenzial, bei denen ein Schadenfeuer weiträumige Auswirkungen hätte

Die Einstufung ist der größte Hebel

Wer 400 statt 200 m³ vorhalten muss, zahlt nicht nur den größeren Behälter, sondern braucht auch deutlich mehr Aufstellfläche – auf Grundstücken, die in Industriegebieten selten Reserven haben. Bevor man das akzeptiert, lohnt die Prüfung von drei Punkten:

  1. Stimmt die Gefahr der Brandausbreitung? Die Einstufung als „groß“ ist begründungspflichtig. Brandwände, Abstandsflächen und die tatsächliche Brandlast können zu einer niedrigeren Einstufung führen.
  2. Ist der maßgebliche Brandabschnitt richtig abgegrenzt? Nicht die Gesamtfläche zählt, sondern der größte zusammenhängende Abschnitt.
  3. Ist eine Netzanrechnung möglich? In Industriegebieten sind die Leitungsquerschnitte oft größer als in Wohnlagen – eine schriftliche Bestätigung des Versorgers kann die Restmenge erheblich senken.

Diese Prüfung gehört in die Vorplanung. Nach Erteilung der Genehmigung ist die festgesetzte Menge in der Praxis nicht mehr verhandelbar.

Wenn der Versicherer die Anforderung setzt

Ab dieser Größenordnung ist häufig nicht mehr die Bauordnung der strengste Maßstab, sondern der Sachversicherer. VdS-Anforderungen orientieren sich an der Schadenerwartung des konkreten Betriebs und liegen regelmäßig über dem öffentlich-rechtlichen Mindestmaß. Praktisch heißt das: Die Genehmigung kann mit 400 m³ erteilt werden, während die Police 500 m³ oder eine bestimmte Entnahmeleistung voraussetzt. Beide Anforderungen sollten parallel geklärt werden, nicht nacheinander.

Die Nachbargrößen im Raster

GrößeWann sie die bessere Wahl ist
300 m³Mittlere Bedarfsstufe mit verlängerter Löschzeit – siehe Löschwasserzisterne 300 m³
400 m³Hohe Bedarfsstufe über zwei Stunden, ohne Netzanrechnung
500 m³ und mehrHohe Bedarfsstufe mit verlängerter Löschzeit, Anforderung des Sachversicherers, kommunale Vorhaltung

Über 500 m³ werden Volumina häufig auf mehrere gekoppelte Behälter verteilt, weil sich die Aufstellfläche dann besser an den Grundstückszuschnitt anpassen lässt. Verfügbar sind Größen bis 2.500 m³.

Technische Ausführung

Abmessungen, Material, Frostschutz und Anschlusstechnik für diese Größe finden Sie auf unserer Produktseite Löschwasserzisternen auf loeschwasserkissen.de. Zur Wirtschaftlichkeit siehe Was kostet eine Löschwasserzisterne?.

Für größere Löschwasserkissen bieten wir auf Wunsch zwei oder mehr Hydrantenanschlüsse an. Anzahl, Anordnung und Ausführung stimmen wir mit Ihnen passend zum Projekt und zur Brandschutzplanung ab. Ausführung mit mehreren Hydrantenanschlüssen anfragen.

Fragen zur hohen Bedarfsstufe

Lässt sich die Einstufung nachträglich ändern?

Nur über eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse – etwa durch Einziehen einer Brandwand, Reduzierung der Brandlast oder Änderung der Nutzung. Eine reine Neubewertung derselben Situation führt in der Praxis selten zum Erfolg. Deshalb ist der richtige Zeitpunkt für die Diskussion die Vorplanung.

Können mehrere Behälter die geforderte Menge zusammen erbringen?

Ja, sofern die Summe der entnehmbaren Mengen stimmt und jede Entnahmestelle für die Feuerwehr erreichbar ist. Bei ungünstigem Grundstückszuschnitt ist die Aufteilung oft die einzige Möglichkeit, das Volumen überhaupt unterzubringen. Der Preis je m³ steigt dadurch, weil jede Einheit eigene Anschlusstechnik benötigt.

Wird bei dieser Größe eine eigene Zufahrt verlangt?

In der Regel ja. Je größer die Menge, desto eher wird gleichzeitig aus mehreren Entnahmestellen gefördert – entsprechend werden Aufstell- und Bewegungsflächen nach DIN 14090 gefordert. Diese Flächen gehören in die Grundstücksplanung, nicht in die Ausführung.

Einstufung prüfen lassen

Bevor Sie 400 m³ beschaffen, lohnt der Blick auf die Herleitung. Senden Sie uns Einstufung, Brandabschnittsgrößen und die Auflage aus dem Verfahren – wir sagen Ihnen, ob die Menge trägt und wo Spielraum besteht. Bemessung prüfen lassen.

Regelwerk und Quellen