Eine zuverlässige Löschwasserversorgung ist ein zentraler Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes. Je nach Standort, Budget, Nutzung und vorhandener Infrastruktur kommen unterschiedliche Arten von Löschwasserbehältern zum Einsatz. Nachfolgend ein strukturierter Überblick über die gängigsten Lösungen – mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen.
Arten von Löschwasserbehältern – ein Vergleich der jeweiligen Vorteile und Nachteile
1. Oberirdischer flexibler Löschwasserbehälter
Flexible, oberirdische Löschwasserbehälter (z. B. textile Falttanks) werden zunehmend eingesetzt, insbesondere in Außenbereichen ohne Hydrantenanschluss.
Vorteile: Schnelle Installation, geringe Kosten (oft 70% oder mehr Einsparung), skalierbare Volumina von 3 m³ bis 2500 m³ pro Falttank, mobil / temporär oder auch permanent nutzbar, keine dauerhafte Bodenversiegelung, leichte Entsorgung, Material recyclingfähig, frostsicher bis -30°C mit unterirdisch angeschlossenem Hydrant (sonst nur bis ca. -5°C), Lebensdauer oft 20-25 Jahre
Nachteile: Ggf. Schutz gegen Vandalismus mittels Zaun erforderlich, sichtbar im Gelände, behördliche Akzeptanz abhängig vom Einzelfall, größerer Flächenbedarf (z. B. 100 m³ = 9,88 x 8,88 m zzgl. 50 cm – 1 m umlaufend)
Hinweis: Ab 500 m³ Volumen liefert der LKW aufgrund des Gewichts ohne Ladebordwand an, d.h. Sie benötigen für die Entladung der Paletten bauseits einen Gabelstapler oder Kran.
2. Unterirdische Löschwasserzisterne aus Beton
Klassische Lösung für dauerhafte Standorte.
Vorteile: Sehr hohe Lebensdauer (oft mehrere Jahrzehnte), hohe mechanische Stabilität, frost- und witterungsunabhängig, optisch unauffällig, häufig normativ anerkannt.
Nachteile: Hoher Tiefbau- und Kostenaufwand, lange Bau- und Genehmigungszeiten, keine Flexibilität bei Standortänderungen, Wartung/Überprüfung aufwendiger da unterirdisch, Rückbau aufwendig, oft nur klein z. B. 10 m³ (aufgrund des hohen Gewichts) oder größer bei Betonierung vor Ort
3. Unterirdische Löschwasserzisterne aus Stahl
Unterirdische Löschwasserzisternen aus Stahl sind eine dauerhafte, technisch robuste Lösung für Standorte mit gesichertem Platzangebot und langfristigem Löschwasserbedarf. Sie werden meist als geschweißte oder verschraubte Stahlbehälter ausgeführt und im Erdreich eingebaut.
Vorteile: hohe mechanische Festigkeit und Formstabilität, industriell vorgefertigt, definierte Qualität, frostsicher durch unterirdischen Einbau, pro Tank geeignet für bis zu 100 m³ Löschwasser
Nachteile: Teuer, Korrosionsschutz zwingend erforderlich (Beschichtung, Kathodenschutz), regelmäßige Inspektion und Wartung notwendig, Tiefbau erforderlich (Aushub, Verfüllung, Fundament), hohe Investitions- und Einbaukosten, kaum flexibel oder versetzbar, Rückbau aufwendig
3. Unterirdische Kunststoffzisterne (GFK / PE)
Alternative zur Betonzisterne mit geringerem Gewicht.
Vorteile: korrosionsfrei, kleine Tanks schnell montiert, geringeres Eigengewicht
Nachteile: begrenzte Volumina (pro Tank i. d. R. unter 100 m³), empfindlicher gegenüber Bodenbewegungen, ebenfalls Tiefbau erforderlich, größere Tanks nur sehr aufwendig transportierbar (als Schwerlasttransport und Abladung mit Kran), Rückbau aufwendig
4. Oberirdischer starrer Löschwasserbehälter (Stahl oder GFK)
Fest installierte Tanks oberhalb des Geländes.
Vorteile: Kein Tiefbau, gute Zugänglichkeit, kurze Montagezeit.
Nachteile: Frostschutz notwendig, sichtbares Bauwerk, Fundament mit Baugenehmigung erforderlich.
5. Löschwasserteich oder offenes Becken
Naturnahe Lösung mit großem Speicherpotenzial.
Vorteile: Große Wassermengen, einfache Technik, geringe Baukosten bei geeignetem Gelände.
Nachteile: Verdunstung, Verschmutzung, Frostprobleme, Unfallrisiko, Sicherheits- und Genehmigungsaufwand.
6. Mobile Löschwasserbehälter / Container
Temporäre Lösung für Baustellen oder saisonale Risiken.
Vorteile: Schnell verfügbar, kein baulicher Eingriff, flexibel einsetzbar.
Nachteile: Begrenzte Kapazität, nicht für Dauerlösungen geeignet, teuer (in der Miete oder Kauf und Transport)
Fazit: Wahl des richtigen Löschwasserbehälter
Die Wahl des richtigen Löschwasserbehälters ist standort-, risiko-, kosten- und volumenbezogen. Während unterirdische Zisternen langfristige Sicherheit bieten, punkten oberirdische und flexible Systeme durch Schnelligkeit, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität – insbesondere in Außenbereichen, bei Energieanlagen oder temporären Nutzungen wie z. B. auf Baustellen. Eine frühzeitige Abstimmung mit Feuerwehr und Behörden ist in jedem Fall entscheidend.