Eine Löschwasserzisterne mit 200 m³ kann beispielsweise einen rechnerischen Bedarf von 192 m³ abdecken, sofern das erforderliche Volumen tatsächlich nutzbar ist. Für Industrie und Logistik sind jedoch Nutzung, maßgebliche Brandfläche und Versorgungskonzept entscheidend. Die Branche allein legt keine Standardmenge fest.
Ist in Ihrer Vorgabe ein Gesamtvolumen von 192 m³ genannt? Die Bemessung für 192 m³ Löschwasser erläutert die Rechnung, die Anrechnung weiterer Quellen und den Vergleich mit einem 200-m³-Speicher.
Die Rechnung ohne Netzanrechnung
Die mittlere Bedarfsstufe nach DVGW W 405 liegt bei 1.600 l/min, also 96 m³ pro Stunde. Über die im Grundschutz übliche Löschzeit von zwei Stunden ergibt das 192 m³. Ohne anrechenbare Netzleistung muss diese Menge vollständig bevorratet werden – Standardgröße 200 m³.
96 m³/h × 2 h = 192 m³ → Standardgröße 200 m³
Ohne angerechnete Netzleistung entfällt in diesem Rechenbeispiel der Abzug einer weiteren Quelle. Daraus folgt keine automatische Genehmigungsfähigkeit: Nutzvolumen, Entnahmeleistung und Erreichbarkeit müssen zum Vorhaben passen. Der Löschwasserbedarfs-Rechner stellt unterschiedliche Annahmen gegenüber.
Welche Merkmale die Bemessung beeinflussen
Nutzung, Brandfläche und mögliche Brandausbreitung sind in der Planung gemeinsam zu bewerten. Die folgenden Merkmale können für die Bewertung relevant sein; keines davon löst für sich automatisch eine bestimmte Bedarfsstufe oder 200 m³ Speicherbedarf aus.
- Zusammenhängende Hallenflächen oberhalb der Schwellen, ab denen die Muster-Industriebaurichtlinie zusätzliche Anforderungen stellt
- Lagerung in Regalanlagen mit entsprechender Stapelhöhe und Brandlast
- Verkehrsflächen und Ladehöfe, die eine Brandausbreitung auf Nachbarabschnitte begünstigen
- Gewerbe- und Industriegebiete nach BauNVO mit dichter Bebauung
- Fehlende oder unzureichende brandschutztechnische Trennung zwischen Nutzungseinheiten
Brandabschnitte bestimmen die Menge stärker als die Gesamtfläche
Die bauliche Unterteilung und die maßgebliche Brandfläche können die objektbezogene Bemessung beeinflussen. Lassen Sie unterschiedliche Hallenaufteilungen fachlich bewerten. Eine Brandwand führt nicht ohne Prüfung des gesamten Konzepts zu einer bestimmten Einsparung beim Löschwasservorrat.
Wenn der Sachversicherer mehr fordert als die Behörde
Klären Sie öffentlich-rechtliche Anforderungen und vertragliche Versicherungsbedingungen parallel. Ob zusätzliche Vorgaben bestehen, ergibt sich aus dem konkreten Verfahren und Vertrag. Stimmen Sie mögliche Unterschiede ab, bevor die Anlage bestellt wird.
Die Nachbargrößen im Raster
| Größe | Wann sie die bessere Wahl ist |
|---|---|
| 150 m³ | Wenn ein Teil des Bedarfs über ein bestätigtes Hydrantennetz gedeckt ist – siehe Löschwasserzisterne 150 m³ |
| 200 m³ | Mittlere Bedarfsstufe über zwei Stunden, ohne Netzanrechnung |
| 250 m³ | Wenn Reserve für eine absehbare Erweiterung des Brandabschnitts sinnvoll ist |
| 300 m³ | Sobald eine verlängerte Löschzeit angesetzt wird – siehe Löschwasserzisterne 300 m³ |
Technische Ausführung
Abmessungen, Material, Frostschutz und Anschlusstechnik für diese Größe finden Sie auf unserer Produktseite Löschwasserzisternen auf loeschwasserkissen.de. Zur Wirtschaftlichkeit siehe Was kostet eine Löschwasserzisterne?.
Für größere Löschwasserkissen bieten wir auf Wunsch zwei oder mehr Hydrantenanschlüsse an. Anzahl, Anordnung und Ausführung stimmen wir mit Ihnen passend zum Projekt und zur Brandschutzplanung ab. Ausführung mit mehreren Hydrantenanschlüssen anfragen.
Fragen zur Bemessung im Industriebau
Senkt eine Sprinkleranlage die geforderte Löschwassermenge?
Sie kann es, aber nicht automatisch. Die Sprinkleranlage hat eine eigene, getrennt zu bemessende Wasserversorgung. Ob die Menge für den abwehrenden Brandschutz dadurch reduziert werden darf, entscheidet das Brandschutzkonzept – und dann meist nur, wenn die Anlage in vollem Umfang und mit gesicherter Verfügbarkeit vorhanden ist.
Muss die Zisterne auf dem Betriebsgrundstück stehen?
Prüfen Sie Standort und Erreichbarkeit der Entnahmestelle mit der zuständigen Stelle. Wird fremder Grund benötigt, muss auch die dauerhafte Nutzbarkeit passend zum Verfahren gesichert werden.
Was gilt bei Lagerung wassergefährdender Stoffe?
Bei entsprechenden Nutzungen ist zusätzlich zu prüfen, ob und wie verunreinigtes Löschwasser zurückgehalten werden muss. Bevorratung und Rückhaltung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die jeweils anwendbaren Anforderungen und Volumina sind standortbezogen zu ermitteln.
Bemessung absichern
Senden Sie uns Brandabschnittsgrößen, Nutzung und die Auflage aus dem Verfahren. Wir prüfen, ob 200 m³ die tragfähige Größe sind. Bemessung prüfen lassen.
200 m³ prüfen: Menge und Entnahmeleistung zusammen betrachten
Bei angenommenen 1.600 l/min über 120 Minuten werden 192.000 Liter benötigt. Eine nominelle Kapazität von 200.000 Litern liegt 8.000 Liter darüber. Prüfen Sie deshalb nicht nur den Speicherinhalt, sondern auch, ob die geforderte Rate über die gesamte Dauer bereitsteht.
Für 200 m³ nennt die Produktübersicht 15,59 × 10,36 × 1,60 m (L × B × H). Die rechnerische Grundfläche beträgt rund 161,5 m². Die endgültige Flächenplanung muss auch Anschlüsse und Zugänge enthalten.
Für andere Planungsannahmen helfen die Vergleiche zu 300 m³ bei längerer Bereitstellungsdauer und 400 m³ bei höherem Bedarf.
Regelwerk und Quellen
- DVGW-Arbeitsblatt W 405 – Grundlage der mittleren Bedarfsstufe
- FeuerTrutz: Löschwasserversorgung im Brandschutznachweis
