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Löschwasserzisternen

Löschwasserbedarf berechnen – Rechner nach DVGW W 405

Wie viel Löschwasser ein Grundstück vorhalten muss, ergibt sich nicht aus dem Bauchgefühl, sondern aus einer Rechnung: Löschwasserbedarf in Litern pro Minute × Löschzeit. Grundlage im Grundschutz ist das DVGW-Arbeitsblatt W 405; im Objektschutz kommen Brandschutzkonzept, Versicherer und die örtliche Brandschutzdienststelle hinzu. Auf dieser Seite rechnen Sie den Bedarf überschlägig aus und sehen sofort, welche Behältergröße dazu passt.

Löschwasserbedarf überschlägig berechnen

Wählen Sie die Bedarfsstufe nach DVGW W 405 und die geforderte Löschzeit.

Ergiebigkeit des Hydrantennetzes laut Wasserversorger. Leer lassen, wenn kein Netz vorhanden ist.

Erforderliches Löschwasservolumen
192 m³

Überschlägige Orientierung, kein Bemessungsnachweis. Maßgeblich sind das Brandschutzkonzept und die Vorgaben der zuständigen Brandschutzdienststelle.

Die Formel: Löschwasserbedarf × Löschzeit

Der Löschwasserbedarf wird als Volumenstrom angegeben – in Litern pro Minute oder Kubikmetern pro Stunde. Zum vorzuhaltenden Volumen wird er erst durch die geforderte Löschzeit. Im Grundschutz sind das im Regelfall zwei Stunden.

Bedarf (m³/h) × Löschzeit (h) = vorzuhaltendes Volumen (m³)

Rechenbeispiel: Ein Gewerbebetrieb mit mittlerer Gefahr der Brandausbreitung liegt bei 1.600 l/min. Das sind 96 m³ pro Stunde. Über zwei Stunden ergibt das 192 m³. Liefert das Hydrantennetz davon 24 m³/h, also 48 m³ über zwei Stunden, bleibt eine Deckungslücke von 144 m³ – und genau diese Lücke schließt eine Löschwasserzisterne.

Die drei Bedarfsstufen nach DVGW W 405

Das DVGW-Arbeitsblatt W 405 leitet den Löschwasserbedarf für den Grundschutz aus zwei Größen ab: der baulichen Nutzung – abgebildet über Geschossflächenzahl und Zahl der Vollgeschosse nach BauNVO – und der Gefahr der Brandausbreitung, eingestuft als klein, mittel oder groß. Daraus ergeben sich in der Praxis drei Bedarfsstufen:

Bedarfsstufel/minm³/hVolumen über 2 hTypische Lage
gering8004896 m³Lockere Wohnbebauung, kleine Geschossflächenzahl, geringe Brandlast
mittel1.60096192 m³Verdichtete Wohn- und Mischgebiete, Gewerbe mit mittlerer Brandlast
hoch3.200192384 m³Industrie- und Gewerbegebiete, hohe Brandlast, große Gebäudeabmessungen
Bedarfsstufen nach DVGW-Arbeitsblatt W 405. Die Zuordnung zur konkreten baulichen Nutzung erfolgt über die Richtwerttabelle des Arbeitsblatts und ist mit der Brandschutzdienststelle abzustimmen.

Zu jeder dieser Mengen gibt es eine eigene Bemessungsseite mit Herleitung, Auslösern und Abgrenzung: 30 m³, 50 m³, 100 m³, 150 m³, 200 m³, 300 m³ und 400 m³.

Grundschutz oder Objektschutz – wer muss liefern?

Die Unterscheidung entscheidet darüber, wer die Zisterne bezahlt, und wird in der Praxis häufig verwechselt.

GrundschutzObjektschutz
Gilt fürDie allgemeine Bebauung im GemeindegebietEinzelne Objekte mit erhöhtem Risiko
VerantwortlichDie Gemeinde als Trägerin des BrandschutzesDer Betreiber oder Bauherr
Bemessung nachDVGW W 405, Richtwerte je BaugebietBrandschutzkonzept, objektbezogene Ermittlung, Auflagen des Versicherers
Typischer AuslöserHydrantennetz zu schwach oder nicht vorhandenGenehmigungsauflage, Erweiterung, Umnutzung, neue Anlagentechnik

Für den Objektschutz hat der AGBF-Fachausschuss Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz 2024 eine Empfehlung veröffentlicht, die viele Brandschutzdienststellen inzwischen anwenden. Reicht das öffentliche Netz nicht aus, ist eine unabhängige Bevorratung nachzuweisen – über einen Behälter, eine Zisterne oder einen Löschwasserteich nach DIN 14210. Welche Bauart wann sinnvoll ist, zeigt der Vergleich der Löschwasserbehälter.

Was den Bedarf über den Richtwert hinaus erhöht

  • Große zusammenhängende Brandabschnitte – Hallenflächen über den Grenzwerten der Muster-Industriebaurichtlinie
  • Hohe spezifische Brandlast – Holzverarbeitung, Recycling, Kunststofflager, Hochregallager
  • Lange Löschzeiten – Batteriegroßspeicher, bei denen ein Zellbrand über Stunden gekühlt werden muss
  • Wassergefährdende Stoffe – dann kommt zusätzlich die Rückhaltung des kontaminierten Löschwassers nach LöRüRL hinzu
  • Lange Anmarschwege – abgelegene Standorte ohne Nachbarwehr in erreichbarer Nähe
  • Auflagen des Sachversicherers – VdS-Anforderungen liegen häufig über dem öffentlich-rechtlichen Mindestmaß

Von der Menge zur Behältergröße

Steht das Volumen fest, folgt die Entscheidung über die Bauart. Eine faltbare Löschwasserzisterne deckt den Bedarf oberirdisch ab, ohne Tiefbau, Statik und Bodenaustausch – und ist rückbaubar, wenn sich die Nutzung des Grundstücks ändert. Verfügbar sind Größen von wenigen Kubikmetern bis 2.500 m³.

Für größere Löschwasserkissen bieten wir auf Wunsch zwei oder mehr Hydrantenanschlüsse an. Anzahl, Anordnung und Ausführung stimmen wir mit Ihnen passend zum Projekt und zur Brandschutzplanung ab. Ausführung mit mehreren Hydrantenanschlüssen anfragen.

Häufige Fragen zur Bemessung

Reichen 96 m³ für ein Einfamilienhaus im Außenbereich?

In vielen Fällen ja – die geringe Bedarfsstufe über zwei Stunden ergibt genau diesen Wert. Entscheidend ist aber die Einstufung durch die Brandschutzdienststelle, nicht die Gebäudeart allein. In Waldbrandgebieten oder bei schwieriger Zufahrt werden regelmäßig höhere Volumina gefordert.

Darf vorhandenes Löschwasser aus einem Teich angerechnet werden?

Nur, wenn es ganzjährig und unabhängig von Witterung, Vereisung und Verlandung in der geforderten Menge entnehmbar ist und die Entnahmestelle den Anforderungen entspricht. In der Praxis scheitert die Anrechnung häufig an der gesicherten Entnahme im Winter.

Zählt die Ergiebigkeit des Hydrantennetzes voll mit?

Angerechnet wird die vom Wasserversorger schriftlich bestätigte Entnahmemenge unter Löschbedingungen – nicht der Rohrdurchmesser und nicht der Ruhedruck. Liegt die bestätigte Menge unter dem Bedarf, muss die Differenz bevorratet werden.

Muss die Zisterne dauerhaft gefüllt bleiben?

Ja. Löschwasser muss im Einsatzfall sofort verfügbar sein. Faltbare Zisternen sind geschlossene Systeme, frostsicher ausführbar bis −30 °C und benötigen keine Nachspeisung im Normalbetrieb. Weitere Antworten finden Sie in den häufigen Fragen zu Löschwasserzisternen.

Regelwerk und Quellen

Bedarf ermittelt – wie weiter?

Schicken Sie uns das Ergebnis Ihrer Berechnung oder den Auszug aus dem Brandschutznachweis. Sie erhalten eine Empfehlung zur Behältergröße, zur Aufstellfläche und zur Anschlusstechnik – und ein Angebot ohne Verpflichtung. Jetzt Löschwasserbedarf anfragen.