Um Gebäude, Anlagen und kritische Infrastruktur zuverlässig vor Feuer zu schützen, ist eine bedarfsgerechte Löschwasserversorgung unverzichtbar. Löschwasserbehälter bzw. Löschwasserzisternen speichern Wasser, das im Brandfall sofort verfügbar ist – unabhängig von Hydrantennetz oder externer Versorgungspflicht. Eine fundierte Entscheidung verlangt den Vergleich der wichtigsten Typen nach Kosten, Montageaufwand, Lebensdauer, Flexibilität, Wartungsaufwand und Genehmigungspflichten.
Vergleich von Löschwassertanks
Hier ist ein detaillierter Vergleich von Löschwasserbehältern, die technische, wirtschaftliche und organisatorische Faktoren gegenüberstellt. Diese Struktur hilft Entscheidern (wie Kommunen oder Industriebetrieben), das passende System basierend auf ihren spezifischen Standortbedingungen auszuwählen.
| Kriterium | Beton-Löschwasserbehälter | Stahl-Löschwassertanks | Löschwasserzisterne aus hochfestem Gewebe |
| Bauzeit | Wochen (Aushärtungszeiten & Erdarbeiten) | Tage bis Wochen (Vormontage möglich) | Stunden bis Tage (Plug-and-Play) |
| Kosten | Hoch (initiale Baukosten plus spätere Entsortung) | Mittel (materialabhängig) | Gering bis mittel |
| Genehmigung | Aufwendig (festes Bauwerk, LBO) | Erforderlich (Baugenehmigung) | Oft verfahrensfrei,falls mobil/temporär* |
| Wartung | Mittel (Rissprüfung alle 5 J.) | Hoch (Korrosionsschutz-Check) | Gering (Sichtprüfung) |
| Flexibilität | Gering (Standort ist fixiert) | Gering (feste Verankerung) | Hoch (umsetzbar & faltbar) |
| Frostsicher | Ja | Ja | Ja, mit unterirdischen Hydrantenanschluss |
| Lebensdauer | Sehr hoch (50+ Jahre) | Hoch (30+ Jahre bei Pflege) | Mittel (20–25 Jahre) |
| Platzbedarf | Minimal (da unterirdisch befahrbar) | Mittel (meist oberirdisch, in Abhängigkeit der Höhe) | Höher (größere Grundfläche nötig. z. B. für 100 m³ = 9,83 x 8,88 m zzgl. 1 m umlaufend) |
| | | |
* Hinweis: Die Genehmigungsfreiheit für flexible Systeme variiert je nach Bundesland und geplanter Standdauer. Eine Abstimmung mit der Brandschutzbehörde ist immer ratsam.
Vergleich von Löschwasserbehältern – passend zum jeweiligen Einsatzzweck
1. Beton-Löschwasserbehälter
Beton-Zisternen sind eine klassische und bewährte Lösung für die dauerhafte Löschwasservorhaltung. Sie werden vollständig unterirdisch eingebaut und eignen sich besonders für langfristige Projekte mit festem Standort.
Vorteile
- Sehr hohe Lebensdauer
- Maximale Frostsicherheit
- Kaum sichtbarer Flächenverbrauch
Nachteile
- Hoher Bau- und Kostenaufwand
- Lange Bauzeit durch Erdarbeiten
- Kaum nachträglich versetzbar
Typische Einsatzbereiche
- Kommunale Infrastruktur
- Industrie- und Gewerbegebiete
- Neubaugebiete mit langfristiger Planung
2. Stahl-Löschwassertanks
Stahltanks werden ober- oder unterirdisch eingesetzt und bieten eine gute Kombination aus Stabilität, Volumenflexibilität und industrieller Standardisierung. Sie sind häufig modular aufgebaut und können an steigenden Bedarf angepasst werden.
Vorteile
- Hohe mechanische Festigkeit
- Modular erweiterbar
- Geeignet für große Volumina
Nachteile
- Regelmäßiger Korrosionsschutz / Wartung erforderlich
- Platzbedarf bei oberirdischer Aufstellung
Typische Einsatzbereiche
- Industrieanlagen
- Logistik- und Gewerbehallen
- Energie- und Infrastrukturprojekte
3. Flexible Löschwasserzisternen / Löschwasserkissen
Flexible Löschwasserzisternen bestehen aus hochfesten technischen Geweben und werden oberirdisch installiert. Sie sind besonders dann sinnvoll, wenn schnelle Verfügbarkeit, geringe Investitionskosten oder temporäre Nutzung gefragt sind.
Vorteile
- Sehr kurze Installationszeit
- Geringe Investitionskosten
- Mobil und rückstandslos rückbaubar
- Ideal bei schwierigen Bodenverhältnissen
Nachteile
- Größerer oberirdischer Platzbedarf
- Lebensdauer geringer als bei starren Systemen
- Frostschutz abhängig vom Anschlusskonzept
- Sehr große Löschwasservolumen (z. B. bis 2500 m³ oder auch mehr) sind realisierbar
Typische Einsatzbereiche
- Landwirtschaft
- Temporäre Baustellen
- Gewerbebetriebe ohne Tiefbau
- Nachrüstung bestehender Objekte
Wichtige Entscheidungskriterien für Löschwassertank
Wichtige Kriterien für die Auswahl eines geeingneten Löschwassertank sind:
Löschwassermenge
Die erforderliche Wassermenge ergibt sich aus Vorgaben der Brandschutzbehörden und hängt von Nutzung, Gebäudegröße und Brandlast ab.
Vergleich von Löschwasserzisternen – immer mit ausreichendem Volumen auswählen
Genehmigung und Bauaufwand
Unterirdische, feste Bauwerke erfordern in der Regel Genehmigungen und Bauanträge. Flexible / mobile / temporäre Systeme können – abhängig vom Bundesland – oft einfacher realisiert werden.
Wirtschaftlichkeit
Neben den Anschaffungskosten sollten auch Bauzeit, Wartung, Rückbau und langfristige Flexibilität berücksichtigt werden.
Fazit: Welche Löschwasserzisterne passt zu Ihrem Bedarf?
| Anforderung | Empfohlene Lösung |
|---|
| Dauerhafte, langfristige Lösung | Beton- oder Stahlzisterne (faltbare Löschwasserzisterne bis zu 25 Jahre) |
| Große Volumina mit Erweiterungsoption | Faltbare Löschwasserzisternen, max 2500 m³ pro Tank (Stahl-Löschwasserbehälter, typischerweise max. 100 m³ oder 300 m³ pro Tank) |
| Schnelle oder temporäre / mobile Lösung | Faltbare Löschwasserzisterne |
| Kostengünstigste Lösung | Faltbare Löschwasserzisterne (oft 70% geringerer Investitionsaufwand) |