Moderne Löschwasserzisternen müssen extremen Belastungen standhalten und im Ernstfall sofort einsatzbereit sein. Die Wahl des Systems hängt von den Bodenverhältnissen, dem Platzangebot und den Brandschutzauflagen ab.
1. Bauarten und Materialien im Vergleich
Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Werkstoffe zum Einsatz, die jeweils spezifische Vorteile bieten:
- Stahlbeton-Zisternen (Der Klassiker): Höchste Stabilität und Langlebigkeit. Ideal für befahrbare Flächen (z. B. unter LKW-Zufahrten) und bei hohem Erdlastdruck.
- Flexible Textilspeicher (Die innovative Lösung): Bestehen aus hochfesten, gewebeverstärkten Kunststoffen. Sie sind schnell installiert, kosteneffizient und eignen sich hervorragend für den temporären Einsatz oder schwer zugängliche Areale.
- Modulare Kunststoffsysteme (GFK/PE): Leichtbauweise bei hoher chemischer Beständigkeit. Dank modularer Bauweise sind extrem große Volumina durch Kopplung mehrerer Behälter realisierbar.
2. Aufstellungsarten: Optimale Platznutzung
- Unterirdisch: Die platzsparendste Variante. Die Oberfläche bleibt (je nach Ausführung) voll belastbar und befahrbar. Zudem ist das Wasser natürlich vor Frost geschützt.
- Oberirdisch: Schnell zu installieren und leicht zu inspizieren. Ideal, wenn Erdarbeiten aufgrund von Fels oder Leitungen nicht möglich sind.
- Teilversenkt: Ein Kompromiss, um Erdaushub zu minimieren und dennoch eine gewisse Frostsicherheit und optische Integration zu erreichen.
3. Technische Ausstattung nach DIN-Norm
Eine normgerechte Löschwasserzisterne (nach DIN 14230) verfügt über essenzielle Komponenten für einen reibungslosen Feuerwehreinsatz:
- Feuerwehr-Sauganschluss: Genormte Entnahmestelle (meist A-Festkupplung) mit Saugrohr nach DIN 14244.
- Antiwirbelplatte: Verhindert die Bildung von Luftstrudeln beim Saugvorgang, damit die Feuerlöschkreiselpumpe unterbrechungsfrei Wasser fördern kann.
- Be- und Entlüftung: Gewährleistet den notwendigen Druckausgleich während der schnellen Wasserentnahme, um Schäden am Behälter zu vermeiden.
- Füllstandsanzeige: Mechanische oder elektronische Systeme zur permanenten Überwachung des Vorrats (oft mit Fernübertragung für das Facility Management).
- Einstiegsschacht: Für regelmäßige Wartungen und die gesetzlich vorgeschriebene Innenprüfung durch Sachverständige.