Die fachgerechte Auslegung einer Löschwasserzisterne ist ein mehrstufiger Prozess, der eng mit dem Brandschutzkonzept des jeweiligen Objekts verknüpft ist. Eine Unterdimensionierung gefährdet die Baugenehmigung, während eine Überdimensionierung unnötige Kosten verursacht.
5 Schritte zur normgerechten Planung
- Analyse der Brandlast: Ermittlung des spezifischen Risikos basierend auf der Gebäudenutzung (z. B. Lagerung brennbarer Stoffe vs. reine Verwaltung).
- Berechnung des Löschwasserbedarfs: Festlegung des benötigten Volumenstroms (l/min) gemäß DVGW W 405.
- Prüfung der bestehenden Infrastruktur: Ermittlung, wie viel Wasser das öffentliche Netz im Ernstfall liefern kann. Die Differenz zum Gesamtbedarf ergibt das erforderliche Zisternen-Volumen.
- Standort- und Erreichbarkeitsprüfung: Festlegung des Standortes unter Berücksichtigung von Gefälle, Frosttiefe und der Traglast für Feuerwehrfahrzeuge (DIN 14090).
- Skalierung und Redundanz: Bei sehr hohem Bedarf kann das Volumen durch die Parallelschaltung mehrerer Zisternen flexibel erweitert werden.
Berechnungsbeispiel (Dimensionierung)
Die Dimensionierung orientiert sich an der geforderten Löschzeit von in der Regel zwei Stunden (120 Minuten).
Beispielrechnung für ein Gewerbeobjekt:
- Geforderter Löschwasserstrom: 1.600 l/min
- Vorgeschriebene Löschdauer: 120 Minuten
- Rechnung: 1.600 l/min×120 min=192.000 Liter
- Ergebnis: Das erforderliche Mindestvolumen der Zisterne beträgt 192 m³.
Hinweis für die Praxis:
In der Regel wird ein Sicherheitszuschlag eingeplant (z. B. für Verdunstung, Leitungsverluste oder Erweiterungsoptionen), sodass das tatsächlich ausgeführte Zisternenvolumen häufig auf 100 m³ oder 200 m³ aufgerundet wird.
Skalierung durch Parallelschaltung
Wenn der Platz für eine einzelne riesige Zisterne nicht ausreicht oder die Zugänglichkeit eingeschränkt ist, bietet sich die Kopplung mehrerer Behälter an:
- Vorteil: Leichterer Transport und Einbau kleinerer Module.
- Sicherheit: Redundanz bei Wartungsarbeiten (eine Kammer bleibt betriebsbereit).
- Technik: Die Verbindung erfolgt über kommunizierende Röhren oder zentrale Saugkanäle.
Rechtlicher Hinweis
Die hier dargestellten Planungsschritte und Berechnungsbeispiele dienen der allgemeinen Erläuterung und ersetzen keine fachmännische Brandschutzplanung. Die tatsächliche Dimensionierung muss zwingend durch einen zertifizierten Brandschutzgutachter oder Fachplaner auf Basis der örtlichen Gegebenheiten und behördlichen Auflagen erfolgen. Alle Angaben ohne Gewähr.