Rechtlicher Hinweis: Diese FAQ dienen der allgemeinen Information und stellen keine Fachberatung dar. Die konkreten Anforderungen hängen von den örtlichen Gegebenheiten und Behörden ab. Alle Angaben ohne Gewähr.
Grundlagen & Definition
- Was ist eine Löschwasserzisterne? Eine Löschwasserzisterne ist ein künstlich angelegter Speicherraum (unter- oder oberirdisch), der ausschließlich dazu dient, der Feuerwehr im Brandfall eine ausreichende Menge Löschwasser unabhängig vom Trinkwassernetz bereitzustellen.
- Warum wird eine Löschwasserzisterne benötigt? Sie kommt zum Einsatz, wenn das öffentliche Hydrantennetz nicht genügend Wasser oder Druck liefert (Löschwasser-Grundschutz), insbesondere bei großen Industrieanlagen, abgelegenen Gebäuden oder in ländlichen Regionen.
- Was ist der Unterschied zwischen einer Regenwasser- und einer Löschwasserzisterne? Während Regenwasserzisternen zur Gartenbewässerung dienen, müssen Löschwasserzisternen strengen Normen (DIN 14230) entsprechen, frostsicher sein und über genormte Feuerwehr-Sauganschlüsse verfügen.
Planung & Dimensionierung
- Wie groß muss eine Löschwasserzisterne sein? Die Größe richtet sich nach der Brandlast. Ein typisches Beispiel ist ein Volumen von 192 m³, das sich aus einem Bedarf von 1.600 l/min über eine Löschdauer von 120 Minuten ergibt.
- Welche Volumina sind üblich? Kleinere Gewerbe nutzen oft 30–50 m³, während Industrie- und Logistikkomplexe Speicher von 100 m³ bis über 1.000 m³ benötigen.
- Was ist die Löschwasser-Grundmenge? Das ist die Wassermenge, die über einen Zeitraum von in der Regel zwei Stunden (120 Minuten) für die Brandbekämpfung zur Verfügung stehen muss.
- Können mehrere Zisternen miteinander verbunden werden? Ja, durch eine Parallelschaltung (Kopplung) können mehrere Behälter zu einem Gesamtsystem skaliert werden, um das erforderliche Gesamtvolumen zu erreichen.
Technik & Bauweise
- Welche Materialien werden für Löschwasserzisternen verwendet? Gängige Materialien sind Stahlbeton (extrem stabil), Kunststoffe wie GFK/PE (leicht und modular) oder flexible Textilspeicher (schnell aufbaubar).
- Was ist eine Antiwirbelplatte? Dieses Bauteil am Saugrohr verhindert, dass beim Pumpen Luftstrudel entstehen. So kann die Feuerwehr das Wasser ohne Unterbrechung ansaugen.
- Muss eine Löschwasserzisterne unterirdisch sein? Nein, es gibt unterirdische, oberirdische und teilversenkte Systeme. Unterirdische Anlagen sind jedoch platzsparender und von Natur aus frostgeschützt.
- Welche Sauganschlüsse sind vorgeschrieben? Die Anschlüsse müssen der DIN 14244 entsprechen und sind meist mit einer genormten A-Festkupplung ausgestattet.
Rechtliches & Abnahme
- Wer schreibt eine Löschwasserzisterne vor? Die Pflicht ergibt sich meist aus den Landesbauordnungen, Brandschutzgesetzen oder individuellen Auflagen im Brandschutzkonzept sowie Anforderungen der Sachversicherer.
- Muss die Feuerwehr die Zisterne abnehmen? Ja, jede Löschwasserstelle muss vor Inbetriebnahme durch die zuständige Brandschutzbehörde oder die Feuerwehr abgenommen werden.
- Welche Norm ist für unterirdische Löschwasserbehälter wichtig? Die zentrale Norm für Bau und Ausstattung ist die DIN 14230.
Standort & Zugang
- Wie nah muss die Feuerwehr an die Zisterne heranfahren können? Die Zufahrt muss nach DIN 14090 für schwere Feuerwehrfahrzeuge (bis 16 t Achslast) ausgelegt sein und nah genug am Sauganschluss liegen.
- Wie wird eine Löschwasserzisterne gekennzeichnet? Die Kennzeichnung erfolgt durch standardisierte Hinweisschilder nach DIN 4066, damit die Feuerwehr die Entnahmestelle sofort findet.
Betrieb & Wartung
- Wie oft muss eine Löschwasserzisterne gewartet werden? Empfohlen wird eine jährliche Sichtprüfung sowie eine umfassende Funktionsprüfung alle 3 bis 5 Jahre.
- Wie lange hält eine Löschwasserzisterne? Hochwertige Kunststoff- oder Textilsysteme halten über 20 Jahre, Stahlbeton-Zisternen oft über 50 Jahre.
- Was passiert, wenn die Zisterne im Winter einfriert? Löschwasserstellen müssen frostsicher ausgeführt sein. Unterirdische Zisternen nutzen die Erdwärme; oberirdische Systeme müssen isoliert oder beheizt werden.
- Kann eine Zisterne auch mit Regenwasser befüllt werden? Grundsätzlich ja, jedoch muss über Filtersysteme sichergestellt werden, dass keine Verschmutzungen das Saugrohr oder die Pumpen der Feuerwehr verstopfen.