FAQ – Häufige Fragen zu Löschwasserzisternen

Rechtlicher Hinweis: Diese FAQ dienen der allgemeinen Information und stellen keine Fachberatung dar. Die konkreten Anforderungen hängen von den örtlichen Gegebenheiten und Behörden ab. Alle Angaben ohne Gewähr.

Grundlagen & Definition

  1. Was ist eine Löschwasserzisterne? Eine Löschwasserzisterne ist ein künstlich angelegter Speicherraum (unter- oder oberirdisch), der ausschließlich dazu dient, der Feuerwehr im Brandfall eine ausreichende Menge Löschwasser unabhängig vom Trinkwassernetz bereitzustellen.
  2. Warum wird eine Löschwasserzisterne benötigt? Sie kommt zum Einsatz, wenn das öffentliche Hydrantennetz nicht genügend Wasser oder Druck liefert (Löschwasser-Grundschutz), insbesondere bei großen Industrieanlagen, abgelegenen Gebäuden oder in ländlichen Regionen.
  3. Was ist der Unterschied zwischen einer Regenwasser- und einer Löschwasserzisterne? Während Regenwasserzisternen zur Gartenbewässerung dienen, müssen Löschwasserzisternen strengen Normen (DIN 14230) entsprechen, frostsicher sein und über genormte Feuerwehr-Sauganschlüsse verfügen.

Planung & Dimensionierung

  1. Wie groß muss eine Löschwasserzisterne sein? Die Größe richtet sich nach der Brandlast. Ein typisches Beispiel ist ein Volumen von 192 m³, das sich aus einem Bedarf von 1.600 l/min über eine Löschdauer von 120 Minuten ergibt.
  2. Welche Volumina sind üblich? Kleinere Gewerbe nutzen oft 30–50 m³, während Industrie- und Logistikkomplexe Speicher von 100 m³ bis über 1.000 m³ benötigen.
  3. Was ist die Löschwasser-Grundmenge? Das ist die Wassermenge, die über einen Zeitraum von in der Regel zwei Stunden (120 Minuten) für die Brandbekämpfung zur Verfügung stehen muss.
  4. Können mehrere Zisternen miteinander verbunden werden? Ja, durch eine Parallelschaltung (Kopplung) können mehrere Behälter zu einem Gesamtsystem skaliert werden, um das erforderliche Gesamtvolumen zu erreichen.

Technik & Bauweise

  1. Welche Materialien werden für Löschwasserzisternen verwendet? Gängige Materialien sind Stahlbeton (extrem stabil), Kunststoffe wie GFK/PE (leicht und modular) oder flexible Textilspeicher (schnell aufbaubar).
  2. Was ist eine Antiwirbelplatte? Dieses Bauteil am Saugrohr verhindert, dass beim Pumpen Luftstrudel entstehen. So kann die Feuerwehr das Wasser ohne Unterbrechung ansaugen.
  3. Muss eine Löschwasserzisterne unterirdisch sein? Nein, es gibt unterirdische, oberirdische und teilversenkte Systeme. Unterirdische Anlagen sind jedoch platzsparender und von Natur aus frostgeschützt.
  4. Welche Sauganschlüsse sind vorgeschrieben? Die Anschlüsse müssen der DIN 14244 entsprechen und sind meist mit einer genormten A-Festkupplung ausgestattet.

Rechtliches & Abnahme

  1. Wer schreibt eine Löschwasserzisterne vor? Die Pflicht ergibt sich meist aus den Landesbauordnungen, Brandschutzgesetzen oder individuellen Auflagen im Brandschutzkonzept sowie Anforderungen der Sachversicherer.
  2. Muss die Feuerwehr die Zisterne abnehmen? Ja, jede Löschwasserstelle muss vor Inbetriebnahme durch die zuständige Brandschutzbehörde oder die Feuerwehr abgenommen werden.
  3. Welche Norm ist für unterirdische Löschwasserbehälter wichtig? Die zentrale Norm für Bau und Ausstattung ist die DIN 14230.

Standort & Zugang

  1. Wie nah muss die Feuerwehr an die Zisterne heranfahren können? Die Zufahrt muss nach DIN 14090 für schwere Feuerwehrfahrzeuge (bis 16 t Achslast) ausgelegt sein und nah genug am Sauganschluss liegen.
  2. Wie wird eine Löschwasserzisterne gekennzeichnet? Die Kennzeichnung erfolgt durch standardisierte Hinweisschilder nach DIN 4066, damit die Feuerwehr die Entnahmestelle sofort findet.

Betrieb & Wartung

  1. Wie oft muss eine Löschwasserzisterne gewartet werden? Empfohlen wird eine jährliche Sichtprüfung sowie eine umfassende Funktionsprüfung alle 3 bis 5 Jahre.
  2. Wie lange hält eine Löschwasserzisterne? Hochwertige Kunststoff- oder Textilsysteme halten über 20 Jahre, Stahlbeton-Zisternen oft über 50 Jahre.
  3. Was passiert, wenn die Zisterne im Winter einfriert? Löschwasserstellen müssen frostsicher ausgeführt sein. Unterirdische Zisternen nutzen die Erdwärme; oberirdische Systeme müssen isoliert oder beheizt werden.
  4. Kann eine Zisterne auch mit Regenwasser befüllt werden? Grundsätzlich ja, jedoch muss über Filtersysteme sichergestellt werden, dass keine Verschmutzungen das Saugrohr oder die Pumpen der Feuerwehr verstopfen.