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Löschwasserzisternen

Löschwasserzisterne 300 m³ – wenn die Löschzeit verlängert wird

300 m³ ist selten das Ergebnis einer höheren Bedarfsstufe – meist ist es das Ergebnis einer längeren Löschzeit. Wo Brände nicht in zwei Stunden beherrscht werden, sondern über Stunden nachgekühlt oder abgelöscht werden müssen, steigt die Menge linear mit der Zeit. Diese Seite behandelt den Bemessungsfall, den Standardtabellen nicht abbilden.

Die Löschzeit als Multiplikator

Die mittlere Bedarfsstufe nach DVGW W 405 liegt bei 1.600 l/min, also 96 m³ pro Stunde. Über zwei Stunden ergibt das 192 m³ – über drei Stunden bereits 288 m³. Die nächste Standardgröße ist 300 m³.

96 m³/h × 3 h = 288 m³ → Standardgröße 300 m³

Die Bedarfsstufe ist dabei unverändert geblieben. Verändert wurde allein die Annahme, wie lange gelöscht wird. Das ist der Grund, warum zwei Objekte mit identischer Grundfläche und identischer Einstufung völlig unterschiedliche Löschwassermengen vorhalten müssen. Im Löschwasserbedarfs-Rechner lässt sich der Effekt über das Feld für die Löschzeit unmittelbar nachvollziehen.

Was eine längere Löschzeit begründet

NutzungGrund für die verlängerte Einsatzdauer
Holzverarbeitung, Sägewerke, PelletlagerGlutnester und Schwelbrände in Schüttgütern erfordern langes Nachlöschen
Recycling- und AbfallbehandlungsanlagenTiefsitzende Brände in Haufwerken, Auseinanderziehen des Materials unter Wasserabgabe
Kunststoff- und ReifenlagerHohe Energiefreisetzung, schwer zu kühlende Schmelzen
BatteriegroßspeicherThermal Runaway erfordert Kühlung über Stunden, nicht Ablöschung
HochregallagerErschwerter Innenangriff, Löschwasser wirkt nur eingeschränkt am Brandherd
Objekte mit langer AnmarschzeitVerzögerter Löschbeginn verlängert die Gesamtdauer des Einsatzes

Rückhaltung nicht mit Bevorratung verwechseln

Genau bei den Nutzungen, die eine lange Löschzeit auslösen, kommt fast immer eine zweite Anforderung hinzu: Das eingesetzte Löschwasser ist nach dem Einsatz kontaminiert und darf weder in die Kanalisation noch in den Boden gelangen. Die Löschwasser-Rückhalte-Richtlinie verlangt dafür ein eigenes Rückhaltevolumen, das getrennt bemessen wird.

Das sind zwei Anlagen mit zwei Nachweisen: die Bevorratung stellt Wasser bereit, die Rückhaltung fängt es wieder auf. Wer nur eine der beiden plant, bekommt die Genehmigung nicht – und wer die Rückhaltung erst nach Fertigstellung entdeckt, zahlt für nachträgliche Erdarbeiten. Beide Volumina gehören in dieselbe Planungsphase.

Die Nachbargrößen im Raster

GrößeWann sie die bessere Wahl ist
250 m³Verlängerte Löschzeit bei bereits teilweise gedecktem Bedarf
300 m³Mittlere Bedarfsstufe über drei Stunden, hohe Brandlast mit Nachlöschbedarf
400 m³Sobald die hohe Bedarfsstufe angesetzt wird – siehe Löschwasserzisterne 400 m³
500 m³ und mehrKombination aus hoher Bedarfsstufe und verlängerter Löschzeit, kommunale Vorhaltung

Technische Ausführung

Abmessungen, Material, Frostschutz und Anschlusstechnik für diese Größe finden Sie auf unserer Produktseite Löschwasserzisternen auf loeschwasserkissen.de. Zur Wirtschaftlichkeit siehe Was kostet eine Löschwasserzisterne?.

Für größere Löschwasserkissen bieten wir auf Wunsch zwei oder mehr Hydrantenanschlüsse an. Anzahl, Anordnung und Ausführung stimmen wir mit Ihnen passend zum Projekt und zur Brandschutzplanung ab. Ausführung mit mehreren Hydrantenanschlüssen anfragen.

Fragen zur verlängerten Löschzeit

Wer entscheidet über eine Löschzeit von mehr als zwei Stunden?

Die Festlegung erfolgt im Brandschutzkonzept und wird von der Brandschutzdienststelle bewertet. Zwei Stunden sind der Regelansatz; die Verlängerung muss aus der Nutzung begründet werden. Bei den oben genannten Betriebsarten wird sie regelmäßig verlangt, auch wenn die Bedarfsstufe selbst unverändert bleibt.

Kann eine Nachspeisung die Vorhaltung ersetzen?

Nur, wenn die Nachspeisung im Einsatzfall gesichert und in der erforderlichen Leistung verfügbar ist. Eine Zuleitung, die im Normalbetrieb funktioniert, aber unter Löschbedingungen einbricht, wird nicht angerechnet. Bei langen Löschzeiten wird die Kombination aus Vorhaltung und gesicherter Nachspeisung im Konzept ausdrücklich beschrieben.

Ist die Menge bei Batteriespeichern anders zu bemessen?

Ja, weil das Schutzziel ein anderes ist. Bei einem Thermal Runaway geht es um Kühlung benachbarter Zellen und Module über einen längeren Zeitraum, nicht um das Ablöschen einer Flamme. Die Mengen ergeben sich aus dem anlagenspezifischen Brandschutzkonzept; generische Richtwerte tragen hier nicht.

Löschzeit und Menge prüfen lassen

Nennen Sie uns Nutzung, Lagergut und die im Konzept angesetzte Löschzeit. Wir prüfen die resultierende Menge – und weisen Sie darauf hin, wenn zusätzlich eine Rückhaltung erforderlich wird. Bemessung prüfen lassen.

Regelwerk und Quellen