Zum Inhalt springen
+49 6151 7877 805

Löschwasserzisternen

Löschwasserzisterne 150 m³ – Bemessung bei Deckungslücke

Eine Löschwasserzisterne mit 150 m³ kann eine Lücke zwischen dem festgelegten Bedarf und der vorhandenen Versorgung schließen. Im folgenden Beispiel bleiben von 192 m³ Gesamtbedarf nach Anrechnung des Netzes 144 m³ zu speichern. Ob die Behältergröße genügt, hängt auch vom nachgewiesenen Nutzvolumen ab.

Die Deckungslücke als Bemessungsweg

Die mittlere Bedarfsstufe nach DVGW W 405 liegt bei 1.600 l/min, also 96 m³ pro Stunde. Über zwei Stunden sind das 192 m³. Bestätigt der Wasserversorger für das Hydrantennetz 24 m³/h, deckt das Netz über zwei Stunden 48 m³ ab. Es bleiben 144 m³ – die nächste Standardgröße ist 150 m³.

192 m³ Gesamtbedarf − 48 m³ aus dem Netz = 144 m³ → Standardgröße 150 m³

Der teuerste Fehler bei dieser Rechnung

Angerechnet werden darf nur die Menge, die der Wasserversorger unter Löschbedingungen schriftlich bestätigt. Nicht der Rohrdurchmesser, nicht der Ruhedruck, nicht die Angabe aus einem alten Bestandsplan. In der Praxis liegt die tatsächlich bestätigte Entnahmemenge häufig deutlich unter der Annahme aus der Vorplanung – und dann wächst die Restmenge, für die bevorratet werden muss.

Holen Sie die Bestätigung deshalb ein, bevor Sie die Behältergröße festlegen. Wer die Zisterne auf eine unbestätigte Netzleistung stützt, riskiert, dass die Genehmigungsbehörde die Anrechnung streicht und die volle Menge fordert. Beide Varianten lassen sich im Löschwasserbedarfs-Rechner gegenüberstellen – das Feld für die Netzleistung ist genau dafür gedacht.

Wo 150 m³ typischerweise gefordert werden

  • Gewerbehallen am Ortsrand, an denen das Netz noch anliegt, aber nicht die volle Löschwassermenge liefert
  • Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit Auflage aus dem Bebauungsplan, bei denen eine Teilmenge aus einer benachbarten Entnahmestelle stammt
  • Betriebserweiterungen, bei denen die bestehende Versorgung für den zusätzlichen Brandabschnitt nicht mehr ausreicht
  • Kommunale Ergänzung in Ortsteilen, in denen der Grundschutz nur teilweise über das Netz darstellbar ist

Freiflächen-Photovoltaik: Anforderungen früh klären

Prüfen Sie bei einer PV-Freiflächenanlage die Anforderungen aus Planung, Genehmigung und Brandschutzkonzept gemeinsam. Die Anlagenart allein legt keine Zisternengröße fest. Stimmen Sie Entnahmestellen, Erreichbarkeit und anrechenbare Versorgung frühzeitig mit den zuständigen Stellen ab.

Die Nachbargrößen im Raster

GrößeWann sie die bessere Wahl ist
120 m³Wenn die bestätigte Netzleistung höher ausfällt als in der Vorplanung angenommen
150 m³Restmenge nach Anrechnung eines schwachen bis mittleren Hydrantennetzes
200 m³Wenn gar keine Netzanrechnung möglich ist – siehe Löschwasserzisterne 200 m³

Technische Ausführung

Abmessungen, Material, Frostschutz und Anschlusstechnik für diese Größe finden Sie auf unserer Produktseite Löschwasserzisternen auf loeschwasserkissen.de. Zur Wirtschaftlichkeit siehe Was kostet eine Löschwasserzisterne?.

Fragen zur Anrechnung des Leitungsnetzes

Wie lange gilt die Bestätigung des Wasserversorgers?

Prüfen Sie Geltungsdauer und Bedingungen der konkreten Versorgerauskunft. Änderungen am Netz oder am Objekt können eine erneute Abstimmung der Bemessung erforderlich machen.

Darf die Entnahme aus einem Nachbargrundstück angerechnet werden?

Eine benachbarte Entnahmestelle muss dauerhaft nutzbar und für die Feuerwehr erreichbar sein. Lassen Sie prüfen, welche rechtliche Sicherung im konkreten Verfahren erforderlich ist.

Was passiert, wenn die Netzleistung später wegfällt?

Bei Ausfall einer angerechneten Versorgung muss das Versorgungskonzept überprüft werden. Dokumentieren Sie die zugrunde gelegte Netzleistung und klären Sie, welche zusätzliche Vorhaltung oder Ersatzversorgung benötigt würde.

Deckungslücke berechnen lassen

Schicken Sie uns die Bestätigung des Wasserversorgers und die geforderte Löschwassermenge. Wir rechnen die Restmenge und nennen die passende Größe. Bemessung prüfen lassen.

150 m³ planen: Wie empfindlich ist die Deckungslücke?

Bei angenommenen 96 m³/h über zwei Stunden bleiben mit 24 m³/h anrechenbarer Netzleistung 144 m³ zu speichern. Sinkt die Netzleistung auf 20 m³/h, steigt die Lücke auf 152 m³. Selbst vollständig nutzbare 150 m³ reichen dann rechnerisch nicht aus. Das Planungsbeispiel zeigt, warum schon eine kleine Änderung der Versorgerauskunft die Größenwahl verändern kann.

Für 150 m³ nennt die Produktübersicht 14,10 × 8,88 × 1,60 m (L × B × H). Daraus ergeben sich rechnerisch rund 125,2 m² Grundfläche. Zusätzliche Flächen für Anschlüsse, Zugang und Wartung sind anhand der Aufstellzeichnung zu planen.

Regelwerk und Quellen