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Löschwasserzisternen

Löschwasserzisterne 30 m³ – Ergänzung oder eigenständige Vorhaltung?

Eine Löschwasserzisterne mit 30 m³ stellt nominell 30.000 Liter bereit. Diese Größe kommt als ergänzende Reserve oder für einen entsprechend festgelegten Einzelbedarf infrage. Bei angenommenen 800 l/min über zwei Stunden reicht sie allein rechnerisch nicht aus. Klären Sie deshalb zuerst, welche Aufgabe die Vorhaltung im Versorgungskonzept erfüllt.

Warum 30 m³ keine Stufe abdeckt

Die geringste Bedarfsstufe liegt bei 800 l/min, also 48 m³ pro Stunde. Schon eine Stunde Löschzeit erfordert damit 48 m³, zwei Stunden erfordern 96 m³. Eine Vorhaltung von 30 m³ liegt darunter – sie deckt rechnerisch rund 37 Minuten der geringsten Stufe ab.

30 m³ ÷ 48 m³/h ≈ 0,6 h → rund 37 Minuten bei geringer Bedarfsstufe

Das ist keine Schwäche des Behälters, sondern eine Frage der Rolle. Als eigenständiger Nachweis für den Grundschutz trägt die Menge nicht. Als Ergänzung, Überbrückung oder Vorhaltung außerhalb des Regelwerks ist sie sinnvoll und wirtschaftlich.

Die zwei Rollen von 30 m³

Als ErgänzungAls eigenständige Vorhaltung
KonstellationBestehende Versorgung deckt den Bedarf fast, es fehlt eine RestmengeKein Regelwerksnachweis gefordert, aber faktischer Schutzbedarf vorhanden
Typisch fürBetriebe mit schwachem Hydrantennetz, Nachrüstung nach ErweiterungWaldrandlagen, Schutzhütten, Sonderbauten im Außenbereich, Erstangriff
NachweiswirkungAnrechnung nur, wenn die Gesamtmenge damit erreicht wirdKeine – die Vorhaltung erfolgt freiwillig oder aus Auflage außerhalb W 405
Entscheidend istDie bestätigte Restmenge, schriftlich vom WasserversorgerDie Eintreffzeit der Feuerwehr und die Erreichbarkeit des Objekts

Wo 30 m³ tatsächlich die richtige Wahl sind

  • Erstangriff in Waldrandlagen – Wasser vor Ort, bis die Wehr mit Tanklöschfahrzeugen nachführt
  • Bauphasen, in denen die endgültige Versorgung noch nicht hergestellt ist und eine Überbrückung gefordert wird
  • Abgelegene Einzelgebäude ohne Regelwerksauflage, bei denen der Eigentümer bewusst vorsorgt
  • Nachrüstung einer knappen Deckungslücke, wenn die bestätigte Netzleistung nur wenig unter dem geforderten Wert liegt
  • Vorhaltung an Sammel- und Umschlagplätzen, etwa für Holzpolter oder Hackschnitzel im Forst

Die Frage vor der Bestellung

Klären Sie mit der zuständigen Stelle, welche nutzbare Wassermenge, Entnahmerate und Bereitstellungsdauer für das Vorhaben festgelegt sind. Eine allgemeine Mindestgröße von 50 oder 100 m³ lässt sich daraus ohne weitere Angaben nicht ableiten. Der Löschwasserbedarfs-Rechner hilft, die angesetzten Werte rechnerisch gegenüberzustellen.

Die Nachbargrößen im Raster

GrößeWann sie die bessere Wahl ist
20 bis 25 m³Reine Erstangriffsreserve ohne Nachweisanspruch, sehr begrenzte Aufstellfläche
30 m³Ergänzung einer knappen Deckungslücke oder Erstangriffsvorhaltung im Außenbereich
40 m³Wenn die Restmenge etwas größer ausfällt als zunächst angenommen
50 m³Sobald eine Stunde Löschzeit der geringen Bedarfsstufe nachzuweisen ist – siehe Löschwasserzisterne 50 m³

Kaufen oder mieten?

Bei dieser Größe steht die Frage besonders oft im Raum, weil der Bedarf häufig befristet ist – Bauphase, Sanierung, Waldbrandsaison. Ist die Vorhaltung von vornherein zeitlich begrenzt, ist die Miete meist die wirtschaftlichere Entscheidung: Löschwasserzisterne mieten. Für die dauerhafte Vorhaltung lohnt der Kauf, siehe Was kostet eine Löschwasserzisterne?.

Technische Ausführung

Abmessungen, Material, Frostschutz und Anschlusstechnik für diese Größe finden Sie auf unserer Produktseite Löschwasserzisternen auf loeschwasserkissen.de.

Fragen zur kleinen Vorhaltung

Zählt eine Vorhaltung, die den Bedarf nur teilweise deckt, überhaupt?

Für den Nachweis nach DVGW W 405 zählt nur die vollständige Erfüllung der geforderten Menge – aus Netz, Vorhaltung und sonstigen anrechenbaren Quellen zusammen. Eine Teilmenge allein erfüllt die Auflage nicht. Für den tatsächlichen Einsatzwert ist sie trotzdem erheblich: Die ersten Minuten entscheiden über den Verlauf.

Was ist der Unterschied zu einem mobilen Faltbehälter der Feuerwehr?

Ein offener mobiler Faltbehälter kann im Einsatz Wasser aufnehmen und beispielsweise eine laufende Wasserzuführung puffern. Bei einer dauerhaft vorgesehenen Reserve müssen Füllstand und Verfügbarkeit über das Betriebskonzept gesichert sein. Welche Ausführung die konkrete Auflage erfüllt, ist anhand der geforderten Versorgung zu klären.

Braucht auch eine kleine Zisterne eine Feuerwehrzufahrt?

Sie braucht in jedem Fall eine für die Feuerwehr erreichbare Entnahmestelle. Ob darüber hinaus Aufstell- und Bewegungsflächen nach DIN 14090 gefordert werden, hängt vom Objekt ab. Ohne gesicherte Erreichbarkeit ist auch die beste Vorhaltung im Ernstfall wertlos – dieser Punkt wird bei kleinen Anlagen am häufigsten übersehen.

Rolle klären, dann Größe wählen

Sagen Sie uns, was die Behörde verlangt hat – eine Menge oder eine Entnahmemöglichkeit. Daraus ergibt sich, ob 30 m³ tragen oder ob es die nächste Stufe braucht. Bemessung prüfen lassen.

Regelwerk und Quellen

30 m³ als Ergänzung: Ein Rechenbeispiel

Angenommen, für ein Vorhaben sind 48 m³/h über zwei Stunden festgelegt und 36 m³/h aus einer anderen Quelle anrechenbar. Dann fehlen 12 m³/h × 2 h = 24 m³. Ein 30-m³-Behälter kommt dafür rechnerisch infrage, wenn mindestens 24 m³ tatsächlich nutzbar sind und auch die erforderliche Entnahmeleistung erreicht wird. Die Annahmen müssen zum konkreten Versorgungskonzept passen.

Für 30 m³ führt die Produktübersicht 7,95 × 4,44 × 1,30 m (L × B × H) auf. Die rechnerische Grundfläche beträgt rund 35,3 m². Berücksichtigen Sie darüber hinaus den Platz für Entnahmetechnik und Zugang. Für ein Angebot sind die fehlende Wassermenge und ein Lageplan aussagekräftiger als allein die gewünschte Tankgröße.